Blogbeitrag zum Imkerforum in Veitshöchheim von Ilona Munique
Blogbeitrag zum Imkerforum in Veitshöchheim (08.02.2025)
von Ilona Munique (Bienen leben in Bamberg), Teil 1 (enthält Vvn Stand Bayern)
Vortrag von Dr. Stefan Berg
Blogbeitrag zum Imkerforum in Veitshöchheim (08.02.2025)
von Ilona Munique (Bienen leben in Bamberg), Teil 1 (enthält Vvn Stand Bayern)
Vortrag von Dr. Stefan Berg
Foto: Gerhard Albert (freigegeben für die Velutina Army)Auswirkung auf den menschlichen Körper und auf Haustiere beim Kontakt mit Vespa velutina nigrithorax (Vvn)
Die Vvn ist grundsätzlich nicht aggressiv, solange man nicht in die Nähe des Nestes gerät. Dort jedoch kann es zu Verspritzen des Gifts auch ohne körperlichen Direktkontakt kommen oder direkt zu Stichen.
Mögliche negative Auswirkungen können entweder sofort eintreten, beispielsweise eine allergische Reaktion wie ein anaphylaktischer Schock oder auch erst zeitverzögert zwei Wochen später. Kontaktieren Sie eine Arztpraxis oder medizinisch entsprechend ausgebildetes Personal, bei Haustieren die Tierarztpraxis und eine Tierklinik.
Regulär kommt eine größere Menge von Vvn in Aufwallung, wenn sie sich am Nest gestört fühlen oder aufgeschreckt werden.
Nicht nur Schädlingsbekämpfer oder Nestentferner treffen auf Vvn, sondern auch Gärtner/innen, Imker/innen, Mitarbeiter/innen in der Landschaftspflege, Gartenbau und Friedhofspflege, Forst-/Waldarbeiter/innen, Dachdecker/innen und weitere Arbeitsgruppen, die sich an der für Vvn relevanten Struktur wie Strauchwerk, Bäumen, Baumalleen, Hausfassaden, Schuppen und Kleingartenstrukturen aufhalten. Oftmals ist das Treffen unerwartet für beide Seiten und die betroffenen Personen oder Haustiere tragen keinen Schutz.
Im Weiteren finden sich informative Verlinkungen zum Thema Arbeitssicherheit und Gesundheit:
Zwei weitere interessante Studien:
MPDI – Asian Hornet, Vespa velutina Lepeletier 1836 (Hym.: Vespidae), Venom Obtention Based on an Electric Stimulation Protocol
MDPI – What WeKnowaboutSting-Related Deaths? Human Fatalities Caused by Hornet, Wasp and Bee Stings in Europe (1994–2016)
Es folgt ein Erfahrungsbericht von Joachim Wünn / Hornissenfachberater
„Zur Sammlung von Allergie – Geschichten kann ich auch zwei beitragen:
Fall 1: Ein Geschäftskollege ist an einer Hecke vorbeigelaufen, in der in rund 1m Höhe ein Primärnest versteckt war. Der Gehweg ging direkt an der Hecke entlang. Er wurde gestochen und hat direkt mit einer anaphylaktischen Reaktion reagiert. Er war rund 3 Stunden bei der Ambulanz, bekam Cortisoninfusion. Er wurde zum ersten Mal von einer Hornisse gestochen, aber in der Vergangenheit schon von Wespen.
Fall 2 – das war ich selbst. Ich wurde als Hornissenfachberater zur Begutachtung eines Nestes gerufen. Das war hinter einem Bretterstapel versteckt, von außen nicht sichtbar. Ich habe vorsichtig geklopft, da kamen einige Velutinas. Für die Meldung auf der App wollte ich ein Foto machen und bin auf ca. 2 m ran, da hat mich eine in die Augenbraue gestochen. Der Stich war deutlich weniger schmerzhaft als ein Bienenstich, aber schon nach wenigen Sekunden war klar, dass dieser Stich anders abläuft, als alle Bienen- oder Wespenstiche, die ich bislang bekommen habe. Der Kopf wurde heiß, Jucken und Ausschlag am ganzen Körper, Magen wie Sodbrennen. Da ich mitten auf dem Land war, habe ich mich ins Auto gesetzt und bin Richtung Wohnort gefahren. Nach wenigen Minuten gingen dann auch die Atemwege zu, sodass ich die 112 gewählt habe. Nach ca. 15 Minuten dann RTW 2 Infusionen und Adrenalin vernebelt, Blaulichtfahrt in die Notaufnahme, Diagnose Anaphylaxie 3. Grades. Nach einer Nacht in der Notaufnahme war dann alles wieder gut, mittlerweile Hyposensibilisierung mit Wespengift. Man geht davon aus, dass die heftige Reaktion aufgrund vorheriger Sensibilisierung durch Wespengift erfolgt ist.
Was ich erschreckend fand: das Thema Vvn ist in der Medizin noch nicht angekommen ( zumindest nicht in der Uniklinik Heidelberg).
Die Desensibilisierung hat im November begonnen und geht jetzt mind. 5 Jahre mit 1 Injektion alle 6 Wochen. Seit der Anaphylaxie bin ich von keiner Wespe oder Hornisse mehr gestochen worden, nur von Bienen, die machen aber glücklicherweise keine Probleme.“
Anmerkung Miri Wahr:
„Die Vvn-Völker und ihr Benehmen sind genauso unterschiedlich wie Bienenvölker. Manche greifen schon bei 5m Abstand an, andere lassen eine Annäherung zu.“
Es folgen zwei Erfahrungsberichte von Gerhard Albert
Reaktion auf Stich der Vespa Velutina Oktober 2023 – Gerhard Albert
„Bei einer Nestsuche wurde eine Vvn mit einem Kescher gefangen. Dieser wurde auf einem Tisch abgelegt. Durch eine Unachtsamkeit drohte der Kescher vom Tisch zu fallen. Meine Frau wollte ihn auffangen und wurde dabei leicht in den Zeigefinger der rechten Hand gestochen. Dies ereignete sich ca. um 15:40 Uhr. Kurz danach begann sich die Hand rot zu färben und anzuschwellen.
Um ca. 17:15 Uhr hatte sich die Schwellung bis in den rechten Arm ausgebreitet und es begannen Herzrasen mit schnellem Puls, Schweißausbrüche, Juckreiz am ganzen Körper und die Ohren gingen zu.
Daraufhin fuhren wir ins nahe gelegene Krankenhaus.
Dort wurde meine Frau untersucht und erhielt eine Infusion mit Cortison. Nach Ende der Infusion blieben wir noch ca. 1 Stunde zur Beobachtung. Nachdem die akuten Symptome abgeklungen waren konnten, wir das Krankenhaus wieder verlassen.
Vor diesem Stich war keine Wespengiftallergie bekannt gewesen.
Seitdem reagiert sie auf Mückenstiche mit starker Schwellung um die Einstichstelle.“
Sicherheitshinweis
von Ilona Munique
Vvn hat einen etwa 7 mm langen Stachel und durchdringt normale Imker- und Schutzkleidung ohne Weiteres. Ihr Gift kann bis zu zwei Wochen später noch tödliche Auswirkungen haben, vor allem für allergisch reagierende Menschen. Schützen Sie sich und andere mit geeignetem Equipment, wenn Sie in die Nähe eines Nestes kommen oder es gar entfernen!
Allgemeines zur Sammlung von Pressemeldungen (PM / PMs)
Die Sammlung von PMs erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Admins behalten sich vor, inhaltlich zum großen Teil fragwürdige PMs nicht aufzunehmen. Doch auch aufgenommene PMs geben punktuell nicht immer die exakte Fakten- und Datenlage wieder. Bitte kritisch bleiben und mit Aussagen aus der aktuellen Fachliteratur abgleichen. Ältere PMs wandern nach zwei bis drei Jahren ins passwortgeschützte Archiv und können auf Anfrage an die Webseitenbetreiber weiterhin bei besonderem Bedarf genutzt werden.
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Ausländische Pressemitteilungen / Berichterstattungen
Foto: Nicole König (freigegeben für die Velutina Army)
Bild: Carsten Emser freigegeben für die Velutina Army
Foto: Carsten Emser (freigegeben für die Velutina Army)
Foto: Nicole König (freigegeben für die Velutina Army)
Foto: Nicole König (freigegeben für die Velutina Army)
Foto: Carsten Emser (freigegeben für die Velutina Army)
Foto: Nicole König (freigegeben für die Velutina Army)
Bild: Fiona Fleßer (freigegeben für die Velutina Army)
Foto: Fiona Fleßer (freigegeben für die Velutina Army)
Foto: Stefan Dietrich (freigegeben für die Velutina Army)
Foto: Stefan Dietrich (freigegeben für die Velutina Army)Um Nester der Asiatischen Hornisse Vespa velutina nigrithorax (Vvn), zu suchen und zu finden, müssen die Tiere, die man auf Futterquellen entdeckt oder bereits auf Locktöpfe/Dochttöpfe konditioniert hat, markiert werden. Mit den markierten Tieren kann man dann Flugrichtungen und Flugzeiten bestimmen. Zum Markieren eignen sich Markierstifte, wie man sie auch für die Zeichnung von Honigbienen-königinnen verwendet. Gefangen wird das Tier mit Netz oder Schleier und wird dann in ein Zeichenröhrchen (für Honigbienen), o.ä. überführt. Man kann die Vvn auch durch den Schleier markieren, wenn man keinen Kescher und/ oder Zeichengeräte dabei hat. Lies hierzu auch gern den Beitrag zur Triangulation.
Grundausstattung Kennzeichnen und Suchen:
Foto: (freigegeben für die Velutina Army) Jutta KalffErfahrungsberichte:
Es wurde nachgewiesen, dass Hornissen, deren Abdomen kleine Markierungen (z. B. Punkte) aufweisen, schneller und zuverlässiger zurückkehren als solche, deren Markierungen groß und dick aufgebracht sind.
Beispiel: Tiere mit kleinen Punkten kamen gleichzeitig, während eine dick markierte Hornisse erst nach der doppelten bis dreifachen Zeit zurückkehrte.(Quelle: WAG-VAH, A. Häußler-Wellenreuther, 04.11.2024)
Im nächsten Jahr können Jungköniginnen bis zu 60/80km entfernt vom „alten“ Nest ihr eignes, neues
Nest gründen.
Foto: Thomas Beissel (freigegeben für die Velutina Army)Was bedeutet Biodiversität?
Als Biodiversität (Vielfalt des Lebens) bezeichnet die Biodiversitätskonvention der Vereinten Nationen die Vielfalt aller lebenden Organismen, Lebensräume und Ökosysteme auf dem Land, im Süßwasser, in den Ozeanen sowie in der Luft. Biodiversität beinhaltet:
Begriffe wie Artenvielfalt oder biologische Vielfalt werden häufig synonym verwendet. Laut der obigen Definition ist das Konzept der Biodiversität jedoch umfassender als der Begriff der Artenvielfalt. Dieser ist lediglich ein Maß für die Anzahl an Arten. Artenvielfalt ist also strenggenommen nur ein Teilaspekt der Biodiversität.
Quelle: Biodiversität – Vielfalt des Lebens. In: Max-Planck-Gesellschaft. o. J.
Welche Auswirkungen bestehen grundsätzlich bei Einwanderung invasiver (nicht-einheimischer) Arten, ob Pflanzen oder Tiere?
Invasive Arten beinträchtigen regionale Ökosysteme, die sich über lange Zeiträume eigenständig entwickelt haben und sich an die gegebenen ökologischen und klimatischen Bedingungen und Veränderungen angepasst haben. Diese gebietsfremden Organismen dringen in etablierte Lebensräume ein und verändern aufgrund ihrer konkurrenzstärkeren Eigenschaften (z. B. schnelleres Wachstum, höhere Reproduktionsraten, Resistenz gegen lokale Krankheiten oder effizientere Ressourcennutzung) den bestehenden biodiversen Bestand einer Region.
Auf welchen Wegen werden ortsfremde Arten verbreitet und invasiert?
Ortsfremde Arten werden primär durch menschliche Aktivitäten verbreitet. Der globale Handel transportiert unbeabsichtigt Organismen in Ballastwasser, Transportcontainern oder als blinde Passagiere. Besonders bedeutsam sind der internationale Pflanzen- und Tierhandel, bei dem exotische Arten gezielt eingeführt werden, sowie der Tourismus und Warenverkehr. Natürliche Ausbreitungswege umfassen Klimaveränderungen, die neue Lebensräume eröffnen, sowie Verkehrswege wie Straßen und Wasserstraßen, die als Ausbreitungskorridore dienen.
Entscheidend für die erfolgreiche Invasion sind günstige Umweltbedingungen, das Fehlen natürlicher Feinde und die hohe Anpassungsfähigkeit der eingeschleppten Arten. Städtische Räume mit ihren veränderten Umweltbedingungen begünstigen zusätzlich die Etablierung gebietsfremder Organismen. Die Komplexität der Ausbreitung resultiert aus dem Zusammenspiel menschlicher und ökologischer Faktoren.
Welchen wirtschaftlichen Schaden richten invasive Arten an?
Zu den Millionen-Schäden in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft, Imkerei und im Gartenbau etc. kommen Kosten für Bekämpfungsmaßnahmen und Prävention hinzu. Aber auch an Gesundheitskosten durch allergieauslösende Pflanzen oder Tiergifte (wie bei der Vvn) und Reparaturen von beschädigter Infrastruktur, etwa bei der Verstopfung von Einlassrohren in Fabriken, Kraftwerken oder Wasseraufbereitungsanlagen durch invasive Muscheln ist zu denken.
Der Einfluss der Vespa velutina nigrithorax auf die heimische Biodiversität
Die Vvn ist 2004 in Europa angekommen und seit 2014 in Deutschland registriert. Derzeit gibt es keine umfassenden Studien oder Statistiken zu ihrem Einfluss auf die jeweilige regionale Biodiversität.
Foto: Thomas Beissel (freigegeben für die Velutina Army)
Foto: Nicole König (freigegeben für die Velutina Army)
Foto: Fiona Fleßer (freigegeben für die Velutina Army)