Vespa velutina nigrithorax: Volksentwicklung im Jahresverlauf- viele Fragen an die deutsche Wissenschaft

Die Entwicklung einer Kolonie der Vespa velutina nigrithorax ist von zahlreichen Faktoren abhängig: Temperatur, Witterung, Nahrungsangebot und „genetische Fitness“ der Königin haben Schlüsselfunktionen. Somit dürfte die Standortwahl des ersten Nestes und möglicherweise auch die des 2. die Kolonieentwicklung beeinflussen. Welchen Einfluss haben die Temperaturen und die Witterung auf die an dem gewählten Standort gebauten Nester? Ist dies an der Nestgröße oder der Anzahl der Wabenteller ablesbar? Entwickeln sich Kolonien an geschützten Standorten anders oder „besser“ als in freihängenden, stark bewitterten Bereichen? Wie verhält es sich mit der Genetik? Durchlaufen Kolonien, die in neuen Gebieten ankommen einen genetischen Flaschenhals? Gibt es Mutationen im Erbgut und wie äußern diese sich? Ein großer Teil dieser Fragen ist wenig untersucht. Und leider kann besonders der „Standort Deutschland“ mit keinen nennenswerten Studien einen Beitrag in der Forschung zur Lebensweise der Vvn in Europa leisten.

Ein guter Ansatz ist die Dokumentation der vorliegenden Nester in einer Region. Der Vergleich mit Dokumentationen aus anderen Regionen könnte wichtige Hinweise ergeben, die helfen, die Lebensentwicklung in Abhängigkeit von Temperatur, Geografie und Nahrungsangebot besser zu verstehen. Deutschland ist, klimatisch und geografisch gesehen, ein sehr vielseitiges Land. Berge, Wälder, Meer, exzessive Landwirtschaft in einigen Regionen, extensive in Anderen. Hat dies einen Einfluss auf die Kolonieentwicklung und wie ist das messbar? Es gibt zahlreiche Fragen, mit denen sich unsere deutschen Forschungsinstitute endlich beschäftigen müssen. Es ist nicht ausreichend, sich auf die Forschungsergebnisse unserer europäischen Nachbarn zu stützen. Denn die Vvn wird auch uns Geld kosten. Ob wir sie bekämpfen oder nicht bekämpfen- der finanzielle Schaden ihrer Ankunft und rasanten Ausbreitung ist nicht mehr von der Hand zu weisen und sollte auch beziffert werden. Dazu bedarf es Forschung auf allen Gebieten, in denen die Vvn ihren Einfluss zeigt. Keine andere invasive Art hat einen solch immensen Einfluss auf Biodiversität, Ökologie, Wirtschaft und menschliche Gesundheit wie Vvn. Man MUSS sich also fragen, warum Deutschland bisher einen solch kleinen wissenschaftlichen Beitrag zur Erforschung ihrer Lebensweise in unserem Land geliefert hat.

Alle, die sich intensiv mit Vvn beschäftigen können in diesem Kontext jedoch einen wertvollen Beitrag leisten in Form von Dokumentation der bearbeiteten Nester. Diese gesammelten Daten können einen wertvollen Beitrag leisten zur Entwicklung ihrer Kolonien in den einzelnen Regionen Deutschlands. Um zu ermitteln, wie eine solche Dokumentation aussehen könnte, möchten wir einige Beispiele vorstellen.

45149 Essen, NRW, Polsterauflagenbox/ Spielzeugkiste
NestartEmbryonal
Datum Entfernung25.04.2025
Baubeginn +/- 2 Tage09.04.2025
Ø cm mit Hülle6 cm
Brutteller1
Brutteller Ø cmNicht bestimmt
Brutteller GewichtNicht bestimmt
Eier8
Larven insgesamt7
Larvenstadium 1 (L1)4
Larvenstadium 2 (L2)2
Larvenstadium 3 (L3)1
Larvenstadium 4 (L4)
Larvenstadium 5 (L5)
Puppe
Leerzellen1
ZelldurchmesserNicht bestimmt
Zellen gesamt16
Abgesaugte Tiere0

51503 Rösrath, NRW, offener Wintergarten mit Glasdach
NestartEmbryonal
Datum Entfernung06.05.2025
Baubeginn +/- 2 Tage10.04.2025
Ø cm mit HülleNicht bestimmt
Brutteller1
Brutteller Ø cmNicht bestimmt
Brutteller GewichtNicht bestimmt
Eier6
Larven insgesamt20
Larvenstadium 1 (L1)2
Larvenstadium 2 (L2)2
Larvenstadium 3 (L3)1
Larvenstadium 4 (L4)8
Larvenstadium 5 (L5)4
Puppe
Leerzellen3
ZelldurchmesserNicht bestimmt
Zellen gesamt26
Abgesaugte Tiere0

51491 Overath, NRW, Geräteschuppen im Garten
NesttypPrimär
Datum27.06.2025
Ø cm mit Hülle17
Brutteller3
Brutteller Ø cm1: 12; 2: 13; 3: 7,5
Brutteller Gewicht1: 152; 2: 91; 3: 89,1
Brutteller Gew. ges.332 g
EierNicht bestimmt
Larven insgesamtNicht bestimmt
Larvenstadium 1 (L1)Nicht bestimmt
Larvenstadium 2 (L2)Nicht bestimmt
Larvenstadium 3 (L3)Nicht bestimmt
Larvenstadium 4 (L4)Nicht bestimmt
Larvenstadium 5 (L5)Nicht bestimmt
PuppeNicht bestimmt
LeerzellenNicht bestimmt
ZelldurchmesserNicht bestimmt
Zellen gesamt614
Abgesaugte Tiere57

51429 Bergisch Gladbach, NRW, offener Stall/ Scheune auf Bauernhof
NesttypPrimär
Datum Entfernung30.07.2025
Ø cm mit Hülle16
Brutteller3
Brutteller Ø cm1: 13,5; 2: 13,5; 3: 9
Brutteller Gewicht1: 78; 2: 94; 3: 21
Brutteller Gew. ges.332,1
EierNicht bestimmt
Larven insgesamtNicht bestimmt
Larvenstadium 1 (L1)Nicht bestimmt
Larvenstadium 2 (L2)Nicht bestimmt
Larvenstadium 3 (L3)Nicht bestimmt
Larvenstadium 4 (L4)Nicht bestimmt
Larvenstadium 5 (L5)Nicht bestimmt
PuppeNicht bestimmt
LeerzellenNicht bestimmt
ZelldurchmesserNicht bestimmt
Zellen gesamt854
Abgesaugte Tiere101

Die vorgestellten Tabellen sollen lediglich ein Beispiel zur möglichen Dokumentation liefern. Die Systematik ist ausbaufähig und dient nur als Vorschlag zur Ermittlung von Daten. Zukünftig werden wir überlegen, wie wir alle gesammelten Daten in einem Pool vereinen können, der jeder/ jedem Interessierten zur zugänglich ist und zur Verfügung steht.

©:Jutta 2026

Imkermesse Münster in NRW – der 33. Apisticus-Tag am 21. / 22. Februar 2026

Wir sind gespannt, was die Messe dieses mal mit sich bringt. Für diejenigen, die sich mit der Vespa velutina nigtrithorax (Vvn) beschäftigen, liegt ein intensives Jahr 2025 zurück. Und das neue beginnt ohne große Pause. Zahlreiche Aussteller und Infostände sind dieses mal mit am Start und zeigen, mit welchen Mitteln sich Vvn bekämpfen lässt. Info, Info , Info …… wir sind da – wer noch ?

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©:google maps

Imkermesse Münster in NRW – der 33. Apisticus-Tag am 21. / 22. Februar 2026 wirft seine Schatten voraus

Die Vorbereitung der neuen Hornissensaison ist bereits im vollen Gange. Schulungen und Treffen besuchen, Einarbeitung ins Thema Vespa velutina nigrithorax (Vvn), Materialpflege bei den Bekämpfern und Bekämpferinnen, Prognosen für die kommende Saison erarbeiten, für Fragen zur Verfügung stehen, und lernen, lernen, lernen – im alten Imkerleben gab es eine Winterpause, diese füllt nun Vespa velutina nigrithorax.

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©:Anja

Muss ich noch melden ? Ja klar, denn ich übernehme Verantwortung !

Die Bekämpfungssaison der Vespa velutina nigrithorax war bisher in Teilen mehr als anstrengend. Während einige Bundesländer im Nestermeer scheinbar versinken, strengen sich andere mit aller Macht an, um sich dem Durchzug der Velutina in den Weg zu stellen, denn Vespa velutina nigrithorax ist auch ein Zugtier und bildet nicht nur lokale Populationen.

Einige wenige Bundesländer haben zwischenzeitlich Strukturen geschaffen, um eine koordinierte Bekämpfung mit Meldesystemen, zeitnahen Reaktionen und Schulungen von Bekämpfern aufzustellen.
Bayern schaffte einen Aktionsplan gegen Velutina, im Saarland baute sich der Verein Velutina Netzwerk auf – und in NRW zieht der NABU ausgerechnet mit einer bundesweiten Zählaktion zu Hornissen im Land, die nicht mit den behördlichen Strukturen vernetzt ist, Meldungen vom offiziellen Meldesystem LANUK + UNB ab, so das zu den entscheidenden Eingriffspunkten der biologischen Entwicklung im August und jetzt in Oktober / November wichtige Nestmeldungen nicht zeitnah sichtbar werden und bearbeitet werden können von Bekämpfern, da sie schlicht hängen bleiben. Diese Meldungen die die Behörden oder die offiziellen Meldeportale nicht erreichen fehlen in der Statistik, die eine Basis bilden wird für zukünftiges Vorgehen. Dabei meldet die Bevölkerung – und bemerkt nicht, das es keine offizielle Meldeplattform ist – zumindest in NRW, das vor einer Velutina-Welle steht. Sperrige Meldesysteme, uneinheitliches Vorgehen in den einzelnen Bundesländern, Diskussionen und Kosten/Nutzen und die immer währende Frage wann die Saison vorbei ist ergänzen die diffuse Darstellung in der Öffentlichkeit. Das bietet wenig Orientierung und verwässert Maßnahmen. Ehrenamtliche Leistung verliert ihre Wirkung und das frustriert. Unterschiedlicher und undurchsichtiger kann die Lage für alle Seiten nicht sein.

https://www.lvbi.de/aktuelles/170-bayerischer-aktionsplan-vespa-velutina-l%C3%A4uft-an.html
https://www.velutina-netzwerk-saar.de/
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/hornissen-melden.html
Newsletter Uni Hohenheim Institut fuer Bienenkunde 10202025

Und hier liegt einer der Gründe, warum die Bekämpfung in manchen Gebieten so kräftezehrend und ineffektiv ist – es gibt kein bundesweit gemeinsames koordiniertes klar ausgesprochenes Vorgehen.
Der Wissensstand der Beteiligten und die Auffassung um die Ernsthaftigkeit des Themas ist so unterschiedlich wie es nur sein kann.

Und doch ist eine Sache in den Gebieten gleich: die Dynamik der Velutina wird in allen Belangen unterschätzt. Wo im Jahr 2023 noch von einzelnen Nestern gesprochen wurde und damals das Stöhnen um die Aufwendung zur Bekämpfung bereits laut wurde, dort verzehnfachen oder verzwanzigfachen sich bereits die Zahlen bis 2025. Bienenstände verschwinden innerhalb von zwei Jahren, denn die Stände sind in kürzester Zeit von mehr als 10 Nestern umschlossen. An der Stelle sei erneut gesagt: in Deutschland werden die meisten Bienenstände von Freizeitimkern geführt, die zwischen 3 und 20 Völkern führen. Dort gibt es keine Bienenmasse sondern eher kleinteilige Stände in verschiedenen Lagen. Und auch starke gesunde Völker werden überrannt. Zudem ist das zeitliche Auftreten von Jägern an Bienenständen deutlich verlängert: Vespa crabro und Wespen haben ihren Auftritt vor dem Herbst. Doch wenn Ruhe einkehren sollte, folgt Vespa velutina als neue Dritte im Bunde und verlängert den Jagdsommer um einige Monate.
Während die Imker sich noch sortieren und nach Abschottungsmaßnahmen fragen, würde ein Blick in die stärker betroffenen Bundesländer die nahe Zukunft bereits zeigen im eigenen Land.

Andere haben gute Erfolge mit Abschottungsmaßnahmen, aber diese Bild ist ebenso vielfältig im Resultat wie Velutina selbst. Auch hier gilt: unterschiedlicher und undurchsichtiger kann die Lage für alle Seiten nicht sein. Ein generelles Rezept mit garantierter Wirksamkeit gibt es nicht.

https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/vespavelutina-handlungsempfehlung#jfmulticontent_c615717-9

Die Art und Weise in der die Umstufung auf eine etablierte Art stattgefunden hat, ohne Begleitung von Öffentlichkeitsarbeit und Erklärung dessen, was das eigentlich bedeutet – das führt zu einer Abnahme im Meldeverhalten. Das ist ein Schritt zurück. Unkoordinierte Meldeabzüge verstärken das Problem. Und das zu einem denkbar ungeeigneten Zeitpunkt.

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/suedbaden/umstufung-asiatische-hornisse-rheinstetten-dreiland-aktuell-100.html

Wildbienen sowie andere Insekten haben keine starke Lobby, obwohl sie als Indikator für Biodiversität gesetzt werden. Sie verschwinden ohne schrillen Ton und Geschrei, während noch nach Studien und Nachweisen gefragt wird für einen möglichen Einfluß, den Velutina ausüben könnte.

https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung

Die vielseitige Struktur in Deutschland kommt Velutina entgegen: Zugrouten, Gewässer, Wald, Feld und Stadt, Obstanbau, im Frühjahr warme Stadt- und Siedlungsränder sowie Verkehrsrouten an denen es sich ziehen lässt. Sie zieht schnell, Verschleppung durch menschlichen Einfluss beschleunigt die Ausbreitung.

Haben wir denn nicht die Verantwortung, die lokalen Bereiche zu schützen, den nächsten in der Durchzugskette mit zu schützen ? Uns dem entgegenstellen ? Verantwortung übernehmen ?


Sollten wir nicht alle an einem Strang ziehen – Gemeinsam gegen Velutina ?


©:Anja

©:Redaktion der Velutina Army bei der euro Bee 2025

5. internationale Imkermesse eurobee

Die 5. internationale Imkermesse eurobee, die Deutscher Berufs- und Erwerbsimkermesse in Friedrichshafen, geht heute am Sonntag leider leider schon wieder zu Ende. Und wieder dürften wir dabei sein: die Velutina Army stand und steht bereit.

Und hier kommen unsere Eindrücke.
Grossartig war es !!!!!! Danke das Ihr uns besucht habt !!! Schade das schon Sonntag ist ……

Unser Stand bot drei Tage lang reichlich Exponate, fundiertes Wissen, Infomaterial lag bereit, Ansprechpartner/innen aus der ersten Reihe der Army Redaktion und aus der Bekämpfung gaben Auskunft und Einblick – vernetzen und kennenlernen, Infos geben, Fragen beantworten, Verstehen für das Wesen Vespa velutina nigrithorax wecken, gute Gründe aufzeigen, warum es sich lohnt, sich mit Vespa velutina zu beschäftigen und die Bekämpfung ernst zu nehmen.
Und – warum es unabdingbar ist, den Sinn für Naturschutz wecken: es wird nur geschützt, was man kennt. Vespa carbro oder Vespa velutina – wie sieht noch mal die Mittlere Wespe aus und warum hat die Feldwespe offenbar Feenstaub an den Füßchen ?

Schon jetzt können wir sagen, diese Messe war ein voller Erfolg für die Velutina Army. Wir konnten viele interessante Gespräche führen, hilfreiche Kontakte knüpfen und natürlich viele Mitglieder persönlich auf unserem Stand begrüßen. Es war ein Fest für uns Euch zutreffen.


Embryonalnest©:Foto: Gerhard Albert (freigegeben für die Velutina Army)

Bestimmungshilfen für Insekten – Schwerpunkt Wespen Hornissen und Wildbienen

Welches Insekt sehe ich da gerade? Viele Fotos oder telefonische Beschreibungen erreichen Wespen- und Hornissenberater/innen mit dieser Fragestellung. Zwischenzeitlich ist es für diese umso wichtige geworden, die Insekten korrekt zu bestimmen, da Vespa velutina nigrithorax zur möglichen Bekämpfung von den einheimischen und geschützten Arten unterschieden werden soll. Auf Grund ihrer gelb schwarzen Färbung geraten viele Insekten ins Zentrum der Aufmerksamkeit, dabei ist es oft gar keine Wespe.
Es gibt zwischenzeitlich eine Reihe Bestimmungshilfen, die jemand zu Rate ziehen könnte für eine erste Bestimmung. Hier kommt eine kleine Auswahl, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat und auch keine Werbung darstellt. Sie ist sowohl für Laien als auch für Fortgeschritten geeignet.
Sollte Euch noch eine gute sinnvolle Bestimmungshilfe bekannt sein, nennt sie uns gerne, damit wir diese ergänzen können. Schön wäre eine vielfältige umfassende Übersicht zu dem Thema.

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Galiciens Kampf gegen Vvn- was Europa daraus lernen kann

Unlängst wurde in Deutschland die Umstufung der Asiatischen Hornisse Vespa velutina nigrithorax von „invasiv“ auf „etabliert“ verkündet. Die Folgen dieser Ankündigung und der zukünftige Umgang der einzelnen Bundesländer mit dieser „neuen Situation“ bleiben abzuwarten. Bereits jetzt herrscht eine große Unsicherheit in Gruppierungen, die sich neu mit dem Thema Vvn anfangen zu beschäftigen, und es herrscht eine deutlich wahrnehmbare Verunsicherung in den Gruppen derer, die schon länger damit zu tun haben. Genannt seien hier alle ehrenamtlich Tätigen und/ oder haupt,- oder nebenberuflich tätigen Hornissen- und WespenberaterInnen, die mit großer Fachkenntnis seit mehren Jahren an dem Thema arbeiten und tatkräftig versuchen auszugleichen, was manch eine deutsche UNB theoretisch über die Vvn nicht zu vermitteln vermag. Fakt ist: die Velutina- Saison hat in Deutschland begonnen und die biologische Entwicklung des Tieres kennt keine paragrafischen Grenzen.

Wo wird die Reise hingehen? Das fragen sich derzeit sehr viele – eigentlich alle. Alle, die thematisch und praktisch mit der Vvn zutun haben.

Wenn man es ganz genau nimmt, sind Unsicherheit und Verunsicherung unangebracht. Ein Blick auf die Handlungsweisen der europäischen Nachbarn, die seit Jahrzehnten mit Vvn zu tun und zu kämpfen haben, zeigen: es gibt Möglichkeiten, und praktische sachgerechte Taten können viel bewirken.

Schauen wir nach Galicien …..

Galicien ist eine autonome Gemeinschaft im Norden Spaniens, die 313 Gemeinden umfasst, deren Hauptstadt Santiago de Compostela ist- ein historischer Wallfahrtsort mit jährlich mehreren Hunderttausenden Pilgern aus aller Welt.

2012 wurde Vvn erstmals an zwei Orten nachgewiesen: im Norden in Burela (Provinz Lugo), im Süden in Rosal (Provinz Ponte vedra). In den folgenden 4 Jahren konnte in Galicien ein Anstieg von erstmals 2 Nestern auf 10642 (!!! gefundenen) Nestern dokumentiert werden. Der rasante Anstieg sollte allen europäischen Nachbarn -wie uns- ein Mahnmal sein. Galicien war neben Frankreich eins der ersten Länder, die sich mit Vvn gezwungenermaßen auseinandersetzen mussten. Heute, nach mehr als 10 Jahren Erfahrung mit dem neuen Tier hat Galicien Maßnahmen ergriffen, von denen wir europäischen Nachbarn, die die Entwicklung der Velutina noch vor sich haben, unbedingt lernen sollten.

2024 wurde erstmals in Galicien eine großangelegte Aktion durchgeführt, die mit einem finanziellen Einsatz von 1,8 Mil. € mehrere Kampagnen umfasste:

breitgefächerte Informierung der Bevölkerung

Austeilung von Fallen

Dokumentation und Erfassung von Meldungen

Entfernung von gemeldeten Nestern

Die ganz Galicien umfassende Kampagne hatte folgende Ergebnisse: mittels 20.500 Fallen wurden 113.000 Königinnen in 261 Gemeinden gefangen. 18.700 Nester konnten durch diesen zentralisierten Plan entfernt werden.

Der „galicische Plan“- egal, wie lange er gedauert hat- sollte ein konstruktives Beispiel sein!

La coordinadora del trampeo contra la velutina

©:Laura Schmidt freigegeben für die Velutina Army

Aktuelle Sichtungen diese Woche

folgende Meldungen haben uns erreicht – es sind keinesfalls alle und vollständig, denn nur einige erreichen uns in der WhatsApp-Community. Beachtet dazu immer die jeweilige Meldeplattform eures Bundeslandes sowie die Übersichtskarten, die ihr ggf. über die entsprechende Behörde erhaltet.
Wie weit ist die Nestentwicklung? Bisher ist die Königin die Alleinversorgerin des Nestes, es sind noch keine Arbeiterinnen geschlüpft – das wird aber nicht mehr lange dauern.

Hier unsere Meldungen:
7.5.
76751 Gaggenbach
48431 Rheine

9.5.
71116 Gärtringen
76316 Malsch

10.5.
79414 Bad Bellingen

11.5.
40721 Hilden
42781 Haan

Was passiert bei einer Sichtung?
–> lies dazu hier

Nestabtötung mit Lanze und Hubsteiger©:Foto: Christine Seither (freigegeben für die Velutina Army)

Zusammentreffen von Vespa velutina nigrithorax mit: Jagd und Forst

Die Vespa velutina nigrithorx (Vvn) ist kein alleiniges Thema der Imker/innen. Alle draußen befindlichen Menschen und Tiere können zu Nist- und Flugzeit der Insekten auf sie treffen, manche in der Freizeit, andere im Beruf.

Hier findet Ihr einige Links zum Thema Jagd und Forst, denn auch hier gibt es Publikationen, die das Thema aufgreifen. Gerne nehmen wir weitere hinzu, sobald wir Kenntnis davon haben. Hinweise sind erwünscht.

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©:Hubert Schmidt freigegeben für die Velutina Army

WAS ist zu tun bei der Sichtungen einer Vespa velutina nigrithorax

hier ist nur ein kleiner Auszug der Sichtungen, die letzte Woche gemeldet wurden und auch bei weitem nicht alle erreichen die Army.
Folgende Sichtungen wurden uns diese Woche gemeldet:

28.4.
51145 Köln

29.4.
76316 Malsch
69198 Schriesheim 

30.4.
61365 Mühlheim 

01.05.
76571 Gaggenau
76332 Bad Herrenalb
42349 Wuppertal Cronenberg 

3.5.
57074 Siegen
42285 Wuppertal Barmen
52525 Heinsberg 

WAS ist zu tun – lies hier weiter:

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